Mörderisch anstrengend: Ulrich Faust hat beim „Transalpine Run“ die Alpen überquert. Die letzte Etappe qäulte er sich sogar mit gebrochenem Fuß durch.

Schrecksekunde am siebenten Tag: Ulrich Faust stolpert über eine Wurzel, schlägt sich den rechten Fuß an. Zunächst glaubt er nur an eine Prellung und beißt sich mit starken Schmerzen bis zum Ziel voran.

Es ist die vorletzte Etappe einer körperlichen Höchstleistung: 300 Kilometer Horizontaldistanz und 14.000 Höhenmeter – der so genannte „Transalpine Run“. Ulrich Faust ist im Jahr 2010 zum ersten Mal dabei. Zwei Wochen nach dem Lauf wird er die Diagnose erhalten: gebrochener Mittelfuß. Eine schwere Verletzung – trotzdem hat er den Wettkampf noch innerhalb des Zeitlimits beendet. Hätte er die Cut-Off-Zeiten verfehlt, er wäre vorzeitig ausgeschieden. Aber nicht nur die Zeit ist beim Transalpine ein erbitterter Gegner, auch die Strecke selbst hat maximale Ansprüche: unwegsames Gelände, steile Abgründe und das unberechenbare Wetter im Hochgebirge. Die Verletzungsgefahr ist immer präsent.

Aber all das kann Ulrich Faust nicht davon abhalten, sich weiter für „Ultra Trails“ zu begeistern, also Läufe, die länger sind als ein Marathon. 2011 ist er in den Alpen wieder am Start. Die ersten vier Tage kommt er kaum mit den schwierigen Bedingungen klar. Aber er ist sich sicher: Grenzen gibt es nur im Kopf. Und „wenn wir wirklich etwas wollen, dann können wir es in allermeisten Fällen auch wirklich schaffen.“

Transalpine Run

Ulrich Faust ist an seine persönlichen Grenzen gestoßen

Ulrich Faust hat ein simples Motiv, warum er sich diese Strapazen antut : „Ich liebe es, durch die Natur zu laufen“, sagt er, „da ist es erst mal egal, ob es jetzt die wunderschöne Insel Usedom oder die Alpen sind.“ Nur in einer Halle laufen, das könne er sich nicht vorstellen. „Die andere Sache ist, dass ich beim Ultra-Trail-Laufen über diese vielen Stunden hinweg sehr eng mit mir selbst verbunden bin.“ Er glaubt, dass die Menschen diese Verbindung heute immer mehr verlieren . „Das Ultra-Trail-Laufen macht mich sehr zufrieden und führt zu einer inneren Genugtuung.“

Vorbereitungen auf Usedom

Ulrich Faust lebt auf Usedom und arbeitet mit seiner Frau in einer Praxis für rehabilitative Medizin. Und auf der kleinen Ostseeinsel bereitet er sich auch auf seine Läufe vor. Das klingt ungewöhnlich, ist der höchste Punkt dort doch gerade einmal 60 Meter hoch – in den Alpen muss er Berge von bis zu 3.000 Metern bezwingen. Aber er hat sich ein raffiniertes Trainingskonzept erarbeitet, mit dem er seine Ziele schaffen kann:

Training auf Usedom

Trotz niedriger Hügel hat er ein cleveres Konzept für Hochgebirgsläufe

„Keep on running, never give up!“ Mit diesem Credo wird Ulrich Faust auch in diesem Jahr wieder bei dem Lauf starten, der ihn schon zweimal an seine persönliche Grenze gebracht hat. Im Herbst nimmt er am 10. „Transalpine Run“ teil.

Trainingspause am Ostseestrand:

Ulrich Faust ist in Gedanken versunken

Die Route in diesem Jahr:

Auf der 292 Kilometer langen Strecke muss Ulrich Faust 13.733 Höhenmeter überwinden

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